MPU · Führerscheinstelle · Brief · Fristen

Wann meldet sich die Führerscheinstelle wegen MPU?

Dieses Keyword wird fast immer in einer Warte- und Stressphase gesucht: „Wann kommt der Brief? Muss ich schon handeln? Was, wenn ich nichts verpasse?“ Hier bekommst du eine realistische Einordnung – ohne Panik, aber mit Klarheit.

Kurzantwort Häufig kommt die MPU-Aufforderung nicht sofort, sondern erst, wenn Unterlagen bei der Behörde sind und geprüft wurden. In der Praxis liegt der erste behördliche Brief oft im Bereich von einigen Wochen bis wenigen Monaten. Wichtig: Wenn dir die Fahrerlaubnis entzogen wurde, wird es häufig erst beim Antrag auf Wiedererteilung konkret.

Jetzt sinnvoll

Wenn Alkohol/Drogen eine Rolle spielen könnten: Wartezeit = Zeit, um Belege & Struktur sauber aufzubauen. Je später du startest, desto eher kollidiert alles mit der Vorlagefrist.

Warum kommt nicht direkt nach dem Vorfall ein MPU-Brief?

Die Führerscheinstelle entscheidet nicht „aus dem Bauch“, sondern auf Aktenbasis. Zwischen Kontrolle/Unfall/Verfahren und dem Schreiben an dich liegen meistens diese Schritte:

1
Erfassung des Vorfalls

Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gericht bearbeiten den Fall (z. B. Bußgeld, Strafverfahren, Urteil/Sperrfrist).

2
Aktenlauf zur Fahrerlaubnisbehörde

Erst wenn relevante Unterlagen vorliegen, kann die Führerscheinstelle prüfen, ob Eignungszweifel bestehen.

3
Behördliche Prüfung & Entscheidung

Dann entscheidet die Behörde, ob sie ein Gutachten verlangt (z. B. nach § 11 FeV) – und setzt eine Vorlagefrist.

Wichtig: „Noch keine Post“ bedeutet nicht automatisch „keine MPU“. Oft ist es schlicht Aktenlauf + Bearbeitung – oder (bei Entzug) es wird erst mit dem Wiedererteilungsantrag konkret.

Der entscheidende Unterschied: Entzug vs. kein Entzug

Genau daran hängt die Suchintention dieses Keywords: Menschen wissen nicht, in welchem „Modus“ sie sind. Diese Logik klärt 80% der Verwirrung.

Fall A: Fahrerlaubnis entzogen (oft mit Sperrfrist)

Dann kommt die MPU-Anforderung häufig spätestens im Rahmen der Wiedererteilung (wenn du den Antrag stellst) – weil die Behörde dafür deine Eignung prüfen muss.

Fall B: Kein Entzug, aber Eignungszweifel

Dann kann die Behörde auch ohne Wiedererteilungsantrag ein Gutachten verlangen – sobald die Akte geprüft ist. Hier kommt der „MPU-Brief“ oft früher.

Quick-Check: Wenn du nur ein zeitlich begrenztes Fahrverbot hattest, ist das etwas anderes als ein Entzug der Fahrerlaubnis. Das fühlt sich ähnlich an – aber der Behördenprozess dahinter ist deutlich unterschiedlich.

Zeitleiste: Wann kommt die Post realistisch?

Exakte Zeiten kann niemand seriös garantieren (Bearbeitung, Aktenlauf, Auslastung). Aber eine realistische Orientierung hilft dir, die Wartephase einzuordnen.

Schritt Was passiert? Zeitrahmen (typisch)
1. Vorfall Kontrolle/Unfall/Verstoß (Alkohol, Drogen, Punkte, Straftat) Sofort
2. Verfahren läuft Bußgeld/Strafverfahren, ggf. Urteil/Sperrfrist Wochen bis Monate
3. Akten gehen zur Behörde Unterlagen werden an die Fahrerlaubnisbehörde übermittelt häufig einige Wochen
4. Behördliche Prüfung Prüfung, ob Eignungszweifel vorliegen (z. B. Gutachten nach § 11 FeV) häufig mehrere Wochen
5. Schreiben / Aufforderung MPU-/Gutachtenaufforderung + Vorlagefrist oft innerhalb weniger Wochen nach Prüfung
6. Vorlagefrist Frist zur Beibringung des Gutachtens (steht im Schreiben) häufig 2–3 Monate
Orientierung aus der Praxis: Viele Betroffene erhalten das erste behördliche Schreiben nicht „nach Tagen“, sondern eher nach einigen Wochen bis wenigen Monaten – je nachdem, ob erst ein Verfahren abgeschlossen werden muss und wie schnell Akten weitergeleitet werden.
Wenn nach 6–8 Wochen noch nichts da ist: Das kann völlig normal sein. Du kannst trotzdem freundlich nachfragen – idealerweise mit Aktenzeichen und ohne „Druckton“.

Was du JETZT tun kannst (während du wartest)

Die Suchintention bei „wann meldet sich …“ ist fast immer: „Was, wenn ich falsch warte?“ Deshalb hier die Schritte, die unabhängig vom genauen Datum sinnvoll sind.

1) Adresse & Erreichbarkeit sichern

  • Bei Umzug: melde die Adresse sauber um (damit Schreiben dich erreichen).
  • Schaffe dir einen festen Ort für Post/Fristen (Kalender + Erinnerungen).

2) Früh „Belege“ denken (wenn Konsum im Spiel war)

  • Wenn Alkohol/Drogen relevant sein könnten: Wartezeit kann entscheidend sein, um Nachweise zu planen.
  • Starte nicht blind – aber starte früh mit Struktur (Plan, Zeitlinie, Risiken).

3) Vorbereitung ohne Spickzettel

  • Baue deine Story: Ursache → Erkenntnis → Veränderung → Stabilität.
  • Übe Nachfragen (Konsistenz), nicht auswendig gelernte Sätze.
Wartezeit sinnvoll nutzen

Wenn du Klarheit willst: starte mit einem strukturierten Fahrplan statt nur zu googeln.

Hinweis: Der Brief kann schnell kommen – Fristen stehen immer im Schreiben.

Achtung Frist-Falle: Die Vorlagefrist ist dafür gedacht, das Gutachten rechtzeitig zu bekommen – nicht dafür, „erst dann“ mit Nachweisen anzufangen. Wer erst beim Brief startet, gerät schneller in Zeitdruck.

Häufige Fragen zum MPU-Brief der Führerscheinstelle

Kommt die MPU-Aufforderung automatisch?
Nein. Die Führerscheinstelle prüft den Einzelfall und entscheidet dann, ob ein Gutachten verlangt wird. Bei Entzug wird es häufig im Rahmen der Wiedererteilung konkret.
Soll ich selbst bei der Führerscheinstelle anrufen?
Du kannst nach einigen Wochen freundlich nachfragen, besonders wenn du ein Aktenzeichen hast. Ziel: Klarheit über den Bearbeitungsstand – nicht „diskutieren“.
Was passiert, wenn ich die Frist zur Gutachten-Vorlage nicht einhalte?
Die Behörde kann daraus Nachteile ableiten. Entscheidend ist, was im Schreiben steht und ob die Anforderung rechtmäßig ist. Wenn du unsicher bist: fachkundig beraten lassen (Verkehrsrecht / Verkehrspsychologie).
Wie erkenne ich, ob ich im „Entzug“-Fall bin?
In deinen Unterlagen steht, ob ein Fahrverbot (zeitlich begrenzt) oder ein Entzug der Fahrerlaubnis vorliegt. Bei Entzug gibt es häufig eine Sperrfrist und später einen Wiedererteilungsprozess.
Was ist der beste nächste Schritt, bevor der Brief kommt?
Erstelle eine Zeitlinie (Vorfall → Muster → Wendepunkt), kläre deine Risikosituationen und baue konkrete Regeln/Alltagsbeispiele auf. Wenn Konsum relevant sein könnte: Nachweise frühzeitig planen.

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