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Ersttäter Trunkenheitsfahrt – Strafen, Führerschein & MPU | MPU Wissen

Ersttäter Trunkenheitsfahrt: Was jetzt auf dich zukommt – und wie du deinen Führerschein zurückbekommst

Zum ersten Mal mit Alkohol am Steuer erwischt? Zwischen Strafbefehl, Führerscheinentzug und einer möglichen MPU verlieren viele den Überblick. Dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, welche Strafen drohen, ob du zur MPU musst und wie du deine Fahrerlaubnis so schnell wie möglich zurückbekommst.

  1. 1 Schweigen & Anwalt kontaktieren: Keine Aussage bei der Polizei – sofort einen Fachanwalt für Verkehrsstrafrecht einschalten.
  2. 2 Strafverfahren abwarten: Es folgt ein Strafbefehl oder eine Hauptverhandlung – als Ersttäter meist 30–60 Tagessätze Geldstrafe.
  3. 3 Sperrfrist durchstehen: Die Fahrerlaubnis wird entzogen, Sperrfrist bei Ersttätern meist 9–15 Monate.
  4. 4 MPU klären: Ab 1,6 ‰ ist die MPU Pflicht. Unter 1,6 ‰ kann sie trotzdem kommen – frühzeitig prüfen.
  5. 5 Wiedererteilung beantragen: Führerschein neu beantragen – ggf. mit positivem MPU-Gutachten.

Was bedeutet „Ersttäter" bei einer Trunkenheitsfahrt?

Als Ersttäter giltst du, wenn du zum ersten Mal strafrechtlich wegen Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB auffällst. Entscheidend ist, dass keine einschlägigen Vorstrafen oder Eintragungen im Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg vorliegen. Frühere Ordnungswidrigkeiten – etwa ein Bußgeld wegen 0,5 ‰ – können aber in der Führerscheinakte gespeichert sein und bei der Bewertung eine Rolle spielen.

Die gute Nachricht: Gerichte berücksichtigen den Ersttäter-Status als wesentlichen strafmildernden Faktor. Du hast deutlich bessere Chancen auf ein mildes Urteil als ein Wiederholungstäter.

Gut zu wissen: Eine Trunkenheitsfahrt ist eine Straftat – kein Kavaliersdelikt. Bereits ab 0,3 ‰ kann § 316 StGB greifen, wenn alkoholbedingte Ausfallerscheinungen vorliegen. Ab 1,1 ‰ liegt absolute Fahruntüchtigkeit vor – dann ist eine Verurteilung praktisch unausweichlich.

So geraten Ersttäter in die Trunkenheitsfahrt

Die wenigsten Ersttäter haben ein echtes Alkoholproblem. Typische Szenarien, die zu einer ersten Trunkenheitsfahrt führen:

Klassiker

Feier am Vorabend

Party, Geburtstag oder Firmenevent – am nächsten Morgen wird der Restalkohol unterschätzt und trotzdem gefahren.

Unterschätzt

Restalkohol am Morgen

Wer um 3 Uhr nachts aufhört zu trinken, kann um 8 Uhr morgens noch 1,0 ‰ oder mehr im Blut haben. Der Körper baut nur ca. 0,1–0,15 ‰ pro Stunde ab.

Spontan

„Nur kurz umparken"

Auch eine Fahrt von 50 Metern auf dem Parkplatz ist Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr – und damit strafbar.

E-Mobilität

E-Scooter nach dem Ausgehen

E-Scooter gelten als Kraftfahrzeuge. Es gelten dieselben Promillegrenzen wie beim Auto – inklusive Führerscheinentzug und MPU.

Welche Strafen drohen dir als Ersttäter?

Die Konsequenzen einer Trunkenheitsfahrt bewegen sich auf drei Ebenen: Geldstrafe, Führerscheinentzug und Punkte in Flensburg. Die Höhe hängt stark vom gemessenen Promillewert und den Begleitumständen ab.

Promillewert (BAK) Geldstrafe (Tagessätze) Führerschein Punkte
0,5 – 1,09 ‰ (OWi bzw. relat. Fahruntüchtigkeit) 500 € Bußgeld / 20–35 TS bei Straftat 1 Monat Fahrverbot / ggf. Entzug 2–3
1,1 – 1,59 ‰ Häufigster Fall 30–45 Tagessätze Entzug, Sperrfrist 6–14 Monate 3
1,6 – 1,99 ‰ 40–55 Tagessätze Entzug, Sperrfrist 12–17 Monate 3
2,0 – 2,99 ‰ 50–85 Tagessätze Entzug, Sperrfrist 14–24 Monate 3
Mit Unfall (§ 315c StGB) 60–120 TS / Freiheitsstrafe möglich Entzug, Sperrfrist 15–18+ Monate 3
Tagessatz-Rechnung: Ein Tagessatz = 1/30 deines monatlichen Nettoeinkommens (nach Abzug besonderer Belastungen wie Unterhalt). Beispiel: 3.000 € netto → 1 Tagessatz = 100 € → 40 Tagessätze = 4.000 € Geldstrafe.

Führerscheinentzug: Das musst du wissen

Ab einer BAK von 1,1 ‰ ordnet das Gericht in der Regel die Entziehung der Fahrerlaubnis an – das ist deutlich gravierender als ein Fahrverbot. Beim Fahrverbot bekommst du den Führerschein automatisch zurück. Nach einem Entzug musst du die Fahrerlaubnis komplett neu beantragen.

Tag 0 Polizeikontrolle oder Unfall – Führerschein wird vorläufig sichergestellt oder beschlagnahmt.
Woche 1–4 Ermittlungsverfahren beginnt. Polizei schließt Ermittlungen ab und übergibt an Staatsanwaltschaft.
Monat 2–6 Strafbefehl oder Ladung zur Hauptverhandlung. Gericht legt Geldstrafe und Sperrfrist fest.
Monat 9–15 Sperrfrist läuft ab – frühestens jetzt kannst du die Wiedererteilung beantragen.
Nach Sperrfrist Antrag bei der Führerscheinstelle. Bei MPU-Pflicht: erst positives Gutachten, dann Wiedererteilung.

Die vorläufige Sicherstellung deines Führerscheins wird auf die Sperrfrist angerechnet. Wenn du also am Tag der Tat den Führerschein abgeben musstest und das Gericht 12 Monate Sperre festlegt, zählt die Zeit seit dem Entzug bereits mit. Mehr dazu findest du im Artikel Führerscheinentzug & MPU.

Muss ich als Ersttäter zur MPU?

Die Frage nach der MPU wegen Alkohol ist für die meisten Betroffenen die drängendste. Die kurze Antwort: Es kommt auf den Promillewert und die Begleitumstände an.

A

Ab 1,6 ‰ BAK → MPU ist Pflicht

Laut § 13 Satz 1 Nr. 2c FeV ordnet die Führerscheinstelle bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,6 ‰ zwingend eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) an. Ohne positives Gutachten erhältst du keinen neuen Führerschein.

B

1,1 – 1,59 ‰ → MPU möglich

Das Bundesverwaltungsgericht hat 2017 klargestellt: Bei einer einmaligen Trunkenheitsfahrt unter 1,6 ‰ darf die Behörde nicht allein deshalb eine MPU verlangen. Allerdings hat das BVerwG 2021 nachgeschärft: Wenn du bei 1,1+ ‰ keine Ausfallerscheinungen gezeigt hast, deutet das auf eine hohe Alkoholgewöhnung hin – und kann als „sonstige Tatsache" die MPU-Anordnung begründen. In der Praxis wird es regional unterschiedlich gehandhabt (Bayern und Berlin ordnen früher an als z. B. NRW).

C

Unter 1,1 ‰ → MPU unwahrscheinlich

Bei einer reinen Ordnungswidrigkeit (0,5–1,09 ‰ ohne Ausfallerscheinungen) wird beim ersten Verstoß in der Regel keine MPU verlangt. Es bleibt bei Bußgeld, Punkten und einem Fahrverbot. Kam es allerdings zu einem Unfall, können dennoch Eignungszweifel begründet werden.

Praxis-Tipp: Warte nicht ab, ob die Führerscheinstelle eine MPU anordnet. Informiere dich frühzeitig über die MPU-Wahrscheinlichkeit in deinem Fall und beginne mit der Vorbereitung, bevor die Sperrfrist abgelaufen ist.

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Wenn eine MPU ansteht, musst du dich zwischen zwei Wegen entscheiden: vollständige Abstinenz oder kontrolliertes Trinken (KT). Beide Optionen können zum positiven Gutachten führen – die richtige Wahl hängt von deiner persönlichen Situation ab.

Kriterium Kontrolliertes Trinken Abstinenz
Geeignet bei Ersttäter, BAK bis ca. 2,0 ‰, kein Kontrollverlust, kein Filmriss BAK über 2,0 ‰, Unfall, Hinweise auf Abhängigkeit, Filmriss
Nachweis Trinktagebuch, unauffällige Leberwerte Abstinenznachweise (6–15 Monate), Haaranalyse oder Urin-Screenings
Vorteil Alltagsnäher, leichter umzusetzen Sicherere MPU-Prognose, klares Signal an Gutachter
Risiko Gutachter kann Abstinenz verlangen, wenn Darstellung nicht überzeugt Höherer Aufwand, längere Nachweisdauer, höhere Kosten

Viele Ersttäter in Communities berichten, dass sie zunächst auf kontrolliertes Trinken hofften, sich dann aber freiwillig für Abstinenz entschieden – und überrascht waren, wie positiv sich das auf Energie, Schlaf und Stressresistenz auswirkte. Mehr zu den relevanten Laborwerten (CDT, EtG, Leberwerte) erfährst du im verlinkten Ratgeber.

Dein 5-Schritte-Plan nach der Trunkenheitsfahrt

Die Wochen nach der Tat fühlen sich chaotisch an. Damit du nichts übersiehst, hier der konkrete Fahrplan:

1

Schweigen und Anwalt einschalten

Mache keine Aussage bei der Polizei – weder vor Ort noch bei einer späteren Vorladung. Du hast das Recht zu schweigen und das darf dir nicht negativ ausgelegt werden. Kontaktiere innerhalb der ersten Tage einen Fachanwalt für Verkehrsstrafrecht. Er kann die Ermittlungsakte einsehen und eine Strategie entwickeln.

2

Strafverfahren optimal nutzen

Dein Anwalt wird auf eine möglichst niedrige Geldstrafe und eine kurze Sperrfrist hinarbeiten. Eigene Maßnahmen wie eine verkehrspsychologische Beratung können die Sperrfrist um mehrere Monate verkürzen. Bei einem Strafbefehl hast du 14 Tage Zeit für einen Einspruch.

3

MPU-Pflicht prüfen

Kläre so früh wie möglich, ob die Führerscheinstelle eine MPU verlangen wird. Faktoren: Promillewert, Ausfallerscheinungen, Unfall, Einträge in der Führerscheinakte und das Bundesland. Unser Artikel Ab wann MPU wegen Alkohol? gibt dir eine erste Einschätzung.

4

Vorbereitung starten (MPU oder direkte Wiedererteilung)

Bei drohender MPU: Beginne frühzeitig mit Abstinenznachweisen (bei Abstinenz-Weg) oder dem Trinktagebuch (bei KT). Investiere in eine solide MPU-Vorbereitung – die Durchfallquote ohne Vorbereitung liegt bei ca. 50 %. Ohne MPU: Bereite die Unterlagen für die Wiedererteilung vor (Antrag, Passfoto, ggf. Sehtest, Erste-Hilfe-Nachweis).

5

Führerschein zurückbekommen

Nach Ablauf der Sperrfrist und – falls nötig – einem positiven MPU-Gutachten stellst du den Antrag auf Neuerteilung bei der Führerscheinstelle. Plane ca. 4–8 Wochen Bearbeitungszeit ein.

Was kostet dich eine Trunkenheitsfahrt als Ersttäter insgesamt?

Neben der Geldstrafe fallen zahlreiche weitere Kosten an. Hier eine realistische Gesamtrechnung für den häufigsten Fall (Ersttäter, ca. 1,3 ‰, mit MPU):

Geldstrafe 1.500–4.000 € (abhängig von Einkommen und Tagessätzen)
Anwaltskosten 1.000–3.000 € (je nach Aufwand und Verfahrensart)
Gerichtskosten 200–500 €
MPU-Gebühr 400–750 € (Details zu MPU-Kosten)
MPU-Vorbereitung 250–2.500 € (Kosten & Vergleich)
Abstinenznachweise 300–700 € (Haaranalysen / Urin-Screenings über mehrere Monate)
Neuerteilung ca. 200 € (Verwaltungsgebühr Führerscheinstelle)
Gesamtkosten ca. 4.000–11.500 €

Dazu kommen indirekte Kosten: Taxi- und ÖPNV-Ausgaben während der Sperrfrist, möglicher Verdienstausfall bei beruflicher Abhängigkeit vom Führerschein und höhere Kfz-Versicherungsprämien nach der Wiedererteilung.

Welche MPU-Fragen erwarten dich als Ersttäter?

Das psychologische Gespräch ist das Herzstück der MPU. Der Gutachter will keine auswendig gelernten Antworten – sondern echte Einsicht und Veränderungsbereitschaft. Typische Fragenbereiche für Alkohol-Ersttäter:

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Zum Tattag

„Beschreiben Sie den Tag der Trunkenheitsfahrt: Wo, wann und mit wem haben Sie getrunken? Wie viel? Warum sind Sie gefahren? Hatten Sie das Gefühl, noch fahrtüchtig zu sein?" – Der Gutachter gleicht deine Schilderung mit dem Promillewert ab. Ehrlichkeit ist entscheidend; Bagatellisieren fällt sofort auf.

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Zur Trinkhistorie

„Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol? Wie hat sich Ihr Konsum entwickelt? Was waren Ihre Motive fürs Trinken – Spaß, Stress, Gruppendruck?" – Die Trinkmenge muss zum festgestellten Promillewert passen. Wer 1,8 ‰ hatte und behauptet, „nur zwei Bier" getrunken zu haben, verliert Glaubwürdigkeit. Mehr zu typischen MPU-Fragen bei Alkohol findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.

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Zu Einsicht & Veränderung

„Was haben Sie durch den Vorfall gelernt? Was haben Sie konkret verändert? Trinken Sie noch Alkohol – und wenn ja, wie?" – Hier entscheidet sich die MPU. Der Gutachter will eine nachvollziehbare Entwicklung sehen: vom Schock über die Auseinandersetzung mit dem eigenen Trinkverhalten bis hin zu stabilen, neuen Gewohnheiten.

🛡️

Zur Rückfallprävention

„Wie stellen Sie sicher, dass es nicht wieder passiert? Wie gehen Sie mit Situationen um, in denen andere trinken? Können Sie sich einen Rückfall vorstellen?" – Zeige konkrete Strategien: konsequente Trennung von Trinken und Fahren, Alternativpläne (Taxi, Öffis, Fahrdienst), Unterstützung aus deinem Umfeld.

Tipp: Schau dir auch die Tricks der MPU-Psychologen und die typischen Fangfragen an, um dich optimal vorzubereiten.

Die häufigsten Fehler nach der Trunkenheitsfahrt

In Foren und Communities berichten Betroffene immer wieder von vermeidbaren Fehlern, die das Verfahren unnötig verschlechtert haben:

Fehler 1: Aussage bei der Polizei machen

Viele Betroffene sind nervös und reden zu viel. Jedes Wort kann gegen dich verwendet werden – besonders Aussagen über die Trinkmenge oder den Trinkbeginn. Nutze dein Schweigerecht.

Fehler 2: Den Kopf in den Sand stecken

Abwarten und hoffen, dass es schon nicht so schlimm wird, ist die schlechteste Strategie. Wer sich zu spät um den Strafbefehl, die Sperrfristverkürzung oder die MPU-Vorbereitung kümmert, wartet unnötig lange auf seinen Führerschein.

Fehler 3: MPU ohne Vorbereitung versuchen

Die Durchfallquote ohne Vorbereitung ist hoch. Wer durchfällt, muss mindestens 6 Monate warten, bevor er die MPU wiederholen kann – plus erneute Kosten von ca. 500–750 €. Eine gute Vorbereitung ist die beste Investition.

Fehler 4: Beim Gutachter beschönigen

Der Psychologe ist darauf trainiert, Inkonsistenzen zu erkennen. Wer die Trinkmenge herunterspielt oder oberflächliche Einsicht zeigt, fällt durch. Ehrlichkeit und echte Selbstreflexion sind der Schlüssel zum Bestehen beim ersten Versuch.

Sonderfälle: E-Scooter, Fahrrad und Probezeit

Trunkenheitsfahrt mit dem E-Scooter

E-Scooter sind Kraftfahrzeuge im Sinne der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV). Es gelten dieselben Promillegrenzen und Rechtsfolgen wie beim Auto: Ab 1,1 ‰ drohen Strafverfahren, Führerscheinentzug und MPU. Allerdings behandeln manche Gerichte die E-Scooter-Fahrt milder als eine Autofahrt, weil das Gefährdungspotenzial geringer ist. In einigen Fällen konnte der Führerschein gerettet werden.

Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad

Bei Fahrradfahrern liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit erst bei 1,6 ‰. Es droht kein direktes Fahrverbot, aber: Die Führerscheinstelle wird über die Verurteilung informiert und ordnet in der Regel eine MPU wegen Fahrrad-Trunkenheit an. Ohne positive MPU bekommst du auch den Auto-Führerschein nicht zurück.

Trunkenheitsfahrt in der Probezeit

Fahranfänger in der Probezeit unterliegen der 0,0-Promille-Grenze. Bereits bei 0,1 ‰ drohen ein Bußgeld, eine Probezeitverlängerung auf 4 Jahre und ein Aufbauseminar. Bei einer Straftat (ab 0,3 ‰ mit Ausfallerscheinungen oder ab 1,1 ‰) gelten dieselben strafrechtlichen Konsequenzen wie für alle anderen Fahrer.

Häufige Fragen: Ersttäter & Trunkenheitsfahrt

Droht mir als Ersttäter Gefängnis?
In den allermeisten Fällen nicht. Bei Ersttätern ohne Unfall verhängen Gerichte eine Geldstrafe in Tagessätzen. Eine Freiheitsstrafe kommt nur bei sehr hohen Promillewerten, einem schweren Unfall mit Personenschaden oder zusätzlichen Straftaten in Betracht – und wird dann in der Regel zur Bewährung ausgesetzt.
Wie lange dauert es, bis ich meinen Führerschein zurückbekomme?
Für Ersttäter liegt die Sperrfrist meist zwischen 9 und 15 Monaten. Durch eine Sperrfristverkürzung (z. B. durch verkehrspsychologische Beratung) kann sie auf bis zu 6 Monate reduziert werden. Die gesetzliche Mindestdauer beträgt 6 Monate. Danach kommt ggf. die MPU-Vorbereitung und -Durchführung hinzu (weitere 2–6 Monate).
Brauche ich als Ersttäter einen Anwalt?
Ein Fachanwalt kann die Geldstrafe senken, die Sperrfrist verkürzen, eine Verurteilung wegen Vorsatz verhindern und im besten Fall sogar den Führerscheinentzug abwenden. Gerade wenn du beruflich auf den Führerschein angewiesen bist, ist anwaltliche Vertretung fast immer eine lohnende Investition.
Kann ich den Führerschein ohne MPU zurückbekommen?
Unter 1,6 ‰ BAK als Ersttäter: oft ja – sofern keine zusätzlichen Auffälligkeiten vorliegen. Ab 1,6 ‰: nur nach Ablauf der Verjährungsfrist (10 bzw. 15 Jahre). Alle Infos dazu im Artikel Führerschein zurück ohne MPU.
Was kostet die MPU insgesamt?
Die reine MPU-Gebühr liegt bei 400–750 € (je nach Begutachtungsstelle und Fragestellung). Dazu kommen Kosten für Vorbereitung (250–2.500 €), Abstinenznachweise (300–700 €) und ggf. verkehrspsychologische Beratung. Eine ausführliche Aufstellung findest du unter Was kostet die MPU komplett?
Wird mein Arbeitgeber von der Trunkenheitsfahrt erfahren?
Du hast keine gesetzliche Pflicht, deinen Arbeitgeber über die Verurteilung zu informieren – es sei denn, der Führerschein ist Voraussetzung für deine Tätigkeit (z. B. Berufskraftfahrer, Außendienst). In diesem Fall kann eine verschwiegene Trunkenheitsfahrt ein Kündigungsgrund sein. Sprich im Zweifel mit deinem Anwalt.
Wie bereite ich mich am besten auf die MPU vor?
Die erfolgreichsten Betroffenen kombinieren eine strukturierte Vorbereitung mit ehrlicher Selbstreflexion. Optionen reichen von Onlinekursen über Einzelcoaching bis hin zu Gruppenseminaren. Wichtig ist, dass du dich mit den typischen MPU-Fragen auseinandersetzt und dein Trinkverhalten glaubhaft aufarbeitest.

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Die Redaktion von MPU Wissen besteht aus Verkehrspsychologen, Juristen und MPU-Beratern. Wir unterstützen Betroffene mit evidenzbasierten Informationen und praxiserprobten Strategien auf dem Weg zurück zum Führerschein.

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